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09.02.2021 | Lieferzeiten für Bauteile steigen

Nein, Sie haben kein Deja-Vu. Schon wieder müssen wir eine Warnung wegen massiv steigender Lieferzeiten im Bereich der elektronischen Bauteile aussprechen. Bitte berücksichtigen Sie diese Entwicklung bei Ihren Planungen. Für mehr Hintergründe klicken Sie auf weiterlesen.

Die Knappheit von Halbleitern für die Automobilisten hat es sogar auf die ganz große Bühne geschafft. Die Abendnachrichten berichteten von stehenden Bändern bei den großen Herstellern. Die Politik drängte öffentlich die großen Fabs in Asien (namentlich TSMC) mögen doch mehr Bauteile für unsere Schlüsselindustrie bereitstellen. Dass man die europäische Halbleiterindustrie lange nicht gezielt förderte und daher die Abhängigkeit mitverschuldete, ist ein anderes Thema.
Aber es brennt noch an viel mehr Stellen. Und das durchaus wörtlich, wie der Fall einer ausgebrannten Fertigung bei AKM zeigt. Auch einen Hersteller von Basismaterial für Leiterplatten erwischte es 2020. Daher wird auch mit steigenden Preisen für Leiterplatten gerechnet.
Und dann gibt es noch dieses kleine Virus, das die Welt in seinem Würgegriff hält. Die asiatischen Staaten, wo der Großteil der weltweiten Bauteileproduktion sitzt, waren Anfang 2020 als erste von der Pandemie betroffen. Allen voran China.
Als die ersten Nachrichten einer Pandemie eingingen rechnete man hier bereits mit kollabierenden Supply Chains. Die Situation blieb aber in 2020 weit hinter den Befürchtungen zurück.

Warum also spitzt sich die Lage nun so zu?

Im Frühjahr 2020 trafen die gesunkenen Kapazitäten auf kriselnde Märkte. Sprich die Nachfrage ging genauso zurück wie das Produktionsvolumen.
Zum Jahresende bildete sich dann eine gefährliche Melange:
Die Weltwirtschaft entwickelte sich regional extrem unterschiedlich und kaum planbar. Prognosen für die wirtschaftliche Entwicklung wurden angesichts einer zweiten Viruswelle vorsichtiger. Die USA hatten mit Ihrer aggressiven Wirtschaftspolitik die (chinesische) High-Tech Industrie unter Druck gesetzt.
Der Güterverkehr stockt bereits seit Beginn der Pandemie, da die großen Reedereien Sorge um die Auslastung Ihrer Schiffe haben und daher weniger einsetzen. Seecontainer sind inzwischen kaum noch zu bekommen, der Preis dafür hat sich etwa verdreifacht!

Aktuell stößt die (zumindest stellenweise) wieder anziehende Wirtschaft auf eine (noch?) zurückhaltende Produktion und eingeschränkte Transportwege. Die Produktionsvolumen können nicht so schnell wieder hochgefahren werden, wie die Nachfrage steigt. Die Folge: Steigende Preise und Lieferzeiten.
Schlimmer noch als in den vergangenen Jahren sind durch alle Bereiche Bauteile und Hersteller betroffen. Daher sind eindeutige Warnungen oder Handlungsempfehlungen kaum möglich.

Was kann man also tun?

Eigentlich wie immer in solchen Situationen, bleibt nur das proaktive Handeln. Man behält die Marktentwicklung und seine Bauteile im Blick, überprüft Verfügbarkeiten regelmäßig oder wenigstens frühzeitig. Sehr gut gefallen hat uns z.B. der Lieferzeitenkompass von PK Components:
https://www.pk-components.de/service/lieferzeitenkompass.html
Ähnliche Tools wird es sicherlich auch anderswo geben.
Natürlich ist das nur eine grobe Richtung. Aber es gibt denen, die größere Bauteilbestände überwachen müssen eine Hilfestellung.

Wir unterstützen Sie gerne bei der Prüfung Ihrer Baugruppen. Aber wir sind auf Ihre Mitarbeit angewiesen. Bitte planen Sie Ihre Bedarfe rechtzeitig, aber auch nicht zu weit vor dem Bestellzeitpunkt. Denn der Zwischenverkauf ist derzeit unser größtes Problem. Und die Lagerstände der hiesigen Distributoren leeren sich teilweise rasant.