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31.05.2021 | Der Bauteilemarkt spielt verrückt

Auch auf die Gefahr hin, dass es bereits zu spät ist und Sie das alles schon wissen: Wir möchten noch einmal auf die Probleme in den Lieferketten hinweisen. Wer jetzt noch glaubt, das beträfe ihn nicht, verschließt die Augen vor der Wirklichkeit. Für mehr Hintergründe klicken Sie auf weiterlesen.

War die Elektronik am Anfang des Jahres noch relativ alleine mit ihren Allokationen, brechen inzwischen ganze Lieferketten zusammen. Und so wenig uns Holz oder Stahl im Tagesgeschäft betreffen, greift auch die Entwicklung anderer Märkte in die Elektronik ein. Inzwischen wird Kunststoff selten und teuer, was sowohl die IC-Packaging Dienstleister als auch Steckverbinder- und Gehäusehersteller trifft. Angesichts der aktuellen Marktlage bedeutet das nur Öl ins Feuer.

Die Lieferzeiten gehen fast überall steil nach oben, Horror-Werte größer 12 Monate begegnen uns regelmäßig. Einige Hersteller haben sogar das Bestätigen von Lieferterminen eingestellt, was die Distribution natürlich weitergeben muss. Planungssicherheit also gleich null.

Bitte ziehen Sie die Planungen für wichtige Produkte vor, wenn irgendwie möglich. Sprechen Sie mit uns um Konzepte für Ihre Liefersicherheit zu finden. Hier sind auch neue Ansätze gefragt.
So können wir aktuell im Grunde keine Rahmenverträge mit flexiblen Abrufen anbieten. Nicht weil wir das nicht wollen, sondern einfach weil kaum ein Lieferant uns das gleiche anbietet. Auf Seite der Distributoren und Hersteller herrscht sicherlich etwas Goldgräberstimmung (das englische "rush" passt derzeit noch besser). Denn warum soll jemand Bauteile zu einem fixierten Preis auf Abruf an Lager halten, wenn er sie nächste Woche für 30% mehr aus den Händen gerissen bekommt. Verfügbarkeit wird derzeit mit Geld aufgewogen, das sind die Gesetze des Marktes. Der Ehrenrettung halber sei erwähnt, dass viele Distributoren damit nicht glücklich sind und sich bemühen langfristige Geschäftsbeziehungen auch zu honorieren. Aber das sind enge Grenzen und in Summe können wir das Problem damit nicht auffangen.

Die klassische Alternative wäre sich die kritischen Teile vorab an Lager zu legen. Aber was sind denn die kritischen Teile? Wer garantiert, dass ein vermeintliches Standardteil nicht nächste Woche kritisch wird? Erste Prognosen deuten an, dass sich die Situation der passiven Bauteile im zweiten Halbjahr 2021 ebenfalls verschlechtern wird.
Das Material für komplette Aufträge vorab einzulagern ist für uns (wie fast alle Dienstleister) leider keine Option. Die Kapitalbindung ließe schnell das Geschäft zum Erliegen kommen.

So bleibt aus unserer Sicht nur frühzeitiges Handeln. Wer die Gefahr erkennt kann auch mit ihr umgehen. Wir versuchen in diesen Zeiten unseren Kunden ein starker Partner zu sein und gemeinsam die besten Lösungen zu finden.

Wer sich fragt wie lange das noch so gehen soll: Experten rechnen mit einer Erholung erst Anfang 2022. Hoffen wir dass sie sich irren.